
Der dritte Kunst- und Handwerkermarkt in Gostewitz bei Riesa.
Durch einen Aufruf des Fotografen Ralf Menzel wurde ich auf die Möglichkeit der Beteiligung an einer Ausstellung in der sog. Stallgalerie auf dem Kunst - und Handwerkermarkt in Gostewitz aufmerksam. Ich war Anfangs recht zögerlich, mich zu bewerben, tat es dann spontan aber doch, nachdem ich mir das Video vom letzten Jahr angeschaut hatte und in diesem sehr ruhige, liebe und ausgeglichene, stressfreie Personen sah. Gleichzeitig fasste ich mir ein Herz und bat um die Möglichkeit, mir einen Standplatz zur ersten öffentlichen Verkaufspräsentation meiner Arbeiten einzuräumen. Beides kam unproblematisch und schnell zu Stande.
So reiste ich also am vorigen Freitag zur vereinbarten Zeit in Gostewitz an, um entspannt die ‘traumhaften’ Gegebenheiten im Stall zu begutachten und meine Bilder aufzuhängen. Leider wurde an diesem Tag nichts daraus. Dafür gelang es mir unkompliziert, als helfende Hand beim Zeltaufbau, Rasen mähen, Bilderrahmen auspacken und Wurstbudenstandverkleidung schleppen akzeptiert zu werden. Ein Umstand, der mir am eigentlichen Marktwochenende half, da man so bereits den einen oder anderen Freiwilligen, Künstler oder Händler kannte und sich so freundlich entgegen kam.
Bis ’kurz vor knapp’ hatte ich verschiedene Dinge herausgesucht und nach Möglichkeiten der stilvollen Präsentation an einem Verkaufsstand gesucht, gewerkelt, wieder verworfen und dann ‘Schluß !’ gesagt. Das geborgte Auto wurde gepackt und am Sonntag gegen 8.00 Uhr fuhren wir (meine Freundin Frau Rita K. (punkt) Schnatz und ich) gemeinsam durch das Lichtgewitter, der kurz hinter den Ortsschildern bzw. ins Lichtraumprofil hereinragenden, dicht belaubte Äste der Straßenbäume stehenden Blitzkästen, nach Gostewitz. Als wir pünktlich 9.oo Uhr am Hof ankamen, waren bereits zahlreiche Händler mit dem Aufbau ihrer Stände beschäftigt. Für den Sonntag wählten wir einen Platz unter dem (selbstaufgebauten ;-)) Zirkuszelt - leider sehr ungünstig, da wir hinter bzw. zwischen den klöppelnden Bastelfrauen und Biertischgarnituren untergingen. Auch die Boulefläche hinter unserem Stand, machte wenig Freude - die von uns vorbereiteten Mappen staubten sehr schnell ein und eine Lösung mußte gefunden werden.
So entschlossen wir uns, in die große Scheune umzuziehen und kurzerhand die Präsentation der Bilder im Stall durch das Aufhängen mehrere Bilder neben unserem - nun größeren - Stand zu erweitern. Die Resonanz war überwältigend. Obwohl sehr viel weniger Gäste am Montag den Markt besuchten, hatten wir mehr Interessenten am Stand als am Sonntag zuvor.
Es war ein sehr schönes und zufriedenstellendes Gefühl, einmal mit Leuten außerhalb der Ausstellungspräsentation ins Gespräch zu kommen und zu fachsimpeln. Sehr viele Besucher drückten ihre Rührung ob der liebevollen Aufbereitung der Bilder aus. Einige nahmen durch das Gespräch mit uns bzw. untereinander die Wichtigkeit von persönlichen Erinnerungen wieder wahr und ich konnte beobachten, wie zufrieden - gerade die älteren - Menschen den Stand verließen.
Männer erklärten ihren Frauen die abgebildeten Automobile, Väter ihren Kindern die Möglichkeiten der analogen Fotografie und Selbstentwicklung - all die schönen Dinge vor dem Zeitalter der Digitalkamera, Damen raunten sich untereinander zu: ‘Ach, weißt Du noch..’. Kinder schauten ganz erstaunt, als man ihnen erklärte, dass man aus Papier einen Fotoapparat bauen könne, der den Film (nicht die Speicherkarte) nur durch ein kleines Loch belichtet.
Auch die Beispiele für die Möglichkeiten der Tonung, Koloration und Nutzung von z.B. Effekten, die durch Verwendung einer verbrauchten Entwicklerlösung entstehen können, stießen auf großes Interesse und ließen die Leute miteinander ins Gespräch kommen.
Obwohl wir keinen einzigen Handabzug verkauft haben (jaja, es war Ende des Monats), hat sich der Mut zum Aufbau eines eigenen Standes und zur Präsentation der - durch das Hobby - entstandenen Arbeiten sehr gelohnt.
Ich danke allen Besuchern, für die anregenden - teilweise auch kritischen - Gespräche, für das Lächeln auf den Gesichtern und die Freude, die sie mit uns nach dem Betrachten der Bilder teilten. Ebenso, bedanke ich mich bei dem Veranstalter Jan Giehrisch, dem Fotografen Ralf Menzel und all den lieben Händlern, die mit uns das Gespräch suchten, uns mit Tipps und Tricks weiter halfen bzw. gut unterhielten. Für die Kontakte, die entstanden, sage ich ebenfalls: ’ Herzlichen Dank !’

Suchbild: Welches Bild gehört nicht in diese Reihe ?
(Auflösung: Das Pferd neben dem Stand ist wohl so nicht wahr..;-) . Es stand draußen auf der Koppel und wurde bereits am Freitag von mir mit seinem Fohlen aufgenommen)
Vielleicht: Bis zum nächsten Jahr !
Jetzt muß ich erstmal die verstaubten Bilder wässern und die Rahmen säubern.