Photografische Erinnerungen

Ich begrüße euch recht herzlich !
Mit diesem Blog möchte ich gern weiterhin das eine oder andere alte Bild, welches sich meiner Sammlung zugesellt, vorstellen und Informationen zu all den Dingen, die mich zum Thema Fotografie interessieren, weitergeben.
So werdet ihr hier also Fotos, Texte und/oder Links von/zu anderen Seiten in ungeordneter Folge finden.


Bei Fragen oder Anregungen könnt ihr mir gerne eine Mail senden: photografischeerinnerungen@yahoo.de
Besteht Interesse an einem Abzug eines vorgestellten Fotos, habt ihr noch alte Negative oder Fotos, die keiner mehr haben möchte oder Interesse an Handabzügen auf z.B. altem ORWO Papier so könnt ihr mich ebenfalls anschreiben.
oder schaut auf meine Website:
www.photografische-erinnerungen.de

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  1. Bösig Ruine

    ” Auf dem Turm der Bösig Ruine. der Wind weht um uns lachende glückliche Menschen—-. Der Rückmarsch durch den dunkelnden Wald ! da guckte jemand gar raus aus seinem …”

    Eingescanntes Foto von ca. 1927.

    Nach einigen Schwierigkeiten der Entzifferung des Textes auf der Rückseite des Fotos und der Recherche im Internet, konnte der Hinweis tatsächlich nur lauten: “Auf dem Turm der Bösig - Ruine”. Bösig wurde früher ein Berg genannt, den man heute unter dem tschechischen namen Velky Bezdez findet und in der Region Reichenberg/Liberec im Nordosten Böhmens liegt.

     
     
  2. Strandrestaurant Hirschberg

    ” Nu, Moritz ?.. Das war eine fröhliche Mittagsrast im Strandrestaurant Hirschberg. Unser Lachen und Frohsinn, Sonnenschein und Wärme.——- Unvergeßliche Zeiten !”

    Eingescanntes Foto von 1927.

    Das hier bezeichnete Strandrestaurant befand sich am sog. Großteich- einem See in der Nähe des Nordböhmischen Hirschberg. Hirschberg heißt heute Doksy. Der See wurde nach dem tschechischen Dichter Karel H. Macha in Machovo jezero umbenannt. Nach wie vor ist er ein beliebtes Ausflugsziel für Kurzurlauber und Touristen. 

     
     
  3. ” Es wünschen die…

    Erinnerung an die fröhlichen Feiertage in ..berge von dem 5. bis 8. August 1930.

    Um uns nur leicht bewegtes Wasser - über uns ein blauer Himmel - weit entfernt das Land und sanft aufsteigende Berge…mitten darin zwei Menschen… in inniger Melodie von Schönheit und Frohsinn, Harmonie und Liebe.”

    Selten findet man Fotos, die auf der Rückseite beschriftet sind und ausführliche Antworten zum Motiv oder dem Zweck der Reise, den Personen darauf usw. geben. Wenn, dann ist es meist sehr schwierig, auf diesen alten Fotos noch etwas zu entziffern. Wie ich bereits in einem vorangegangenen Beitrag schrieb, gehe ich - wenn ich nicht mehr weiter komme- gern in das benachbarte Seniorenheim und lasse mir beim Lesen der alten Sütterlinschrift helfen. Nun hatte ich aber mehrere Fotos, die sehr eng und dicht beschrieben waren, dass selbst die alten Leute aus der Seniorenresidenz passen mußten.

    Als ich das Wochenende in Gostewitz war, stieß ich auf den schön gestalteten Stand des Herrn Niemann, welcher Mitglied des Bundes für deutsche Schrift und Sprache ist. Ich sprach ihn an und er erklärte sich ohne Zögern bereit, mir die Rückseiten der Fotos mit zu entziffern. Interessant war, dass auch er als ‘Schriftgelehrter’ bei einigen Buchstaben nicht weiter kam und sich so sehr schnell eine neugierige Menschentraube um uns versammelte. Zum Glück waren auch auf diesem Markt ältere Menschen zugegen, so dass man uns - ‘Zeigen sie mal her !’ - die Karten aus der Hand nahm, um  in einem  Gemeinschaftsprojekt weiter zu kommen. 

    Die nächsten Tage stelle ich die so entzifferten Fotos vor und bedanke mich recht herzlich bei Herrn Frank Niemann und den Besuchern, die halfen. Ein spezieller Dank, geht an die Dame, welche aus dem Stadtarchiv kam und ein sehr sicheres Auge in der Zuordnung der ‘Schnörkel und Vogelfüßchen’ bewies.

    Gern weise ich auch auf die Seite von Herrn Frank Niemann im Internet hin: www.schriftlichkeiten.de

     
     
  4. Kunst- und Handwerkermarkt Gostewitz

    Der dritte Kunst- und Handwerkermarkt in Gostewitz bei Riesa. 

    Durch einen Aufruf des Fotografen Ralf Menzel wurde ich auf die Möglichkeit der Beteiligung an einer Ausstellung in der sog. Stallgalerie auf dem Kunst - und Handwerkermarkt in Gostewitz aufmerksam. Ich war Anfangs recht zögerlich, mich zu bewerben, tat es dann spontan aber doch, nachdem ich mir das Video vom letzten Jahr angeschaut hatte und in diesem sehr ruhige, liebe und ausgeglichene, stressfreie Personen sah. Gleichzeitig fasste ich mir ein Herz und bat um die Möglichkeit, mir einen Standplatz zur ersten öffentlichen Verkaufspräsentation meiner Arbeiten einzuräumen. Beides kam unproblematisch und schnell zu Stande. 

    So reiste ich also am vorigen Freitag zur vereinbarten Zeit in Gostewitz an, um entspannt die ‘traumhaften’ Gegebenheiten im Stall zu begutachten und meine Bilder aufzuhängen. Leider wurde an diesem Tag nichts daraus. Dafür gelang es mir unkompliziert, als helfende Hand beim Zeltaufbau, Rasen mähen, Bilderrahmen auspacken und Wurstbudenstandverkleidung schleppen akzeptiert zu werden. Ein Umstand, der mir am eigentlichen Marktwochenende half, da man so bereits den einen oder anderen Freiwilligen, Künstler oder Händler kannte und sich so freundlich entgegen kam.

    Bis  ’kurz vor knapp’ hatte ich verschiedene Dinge herausgesucht und nach Möglichkeiten der stilvollen Präsentation an einem Verkaufsstand gesucht, gewerkelt, wieder verworfen und dann ‘Schluß !’ gesagt. Das geborgte Auto wurde gepackt und am Sonntag gegen 8.00 Uhr fuhren wir (meine Freundin Frau Rita K. (punkt) Schnatz und ich) gemeinsam durch das Lichtgewitter, der kurz hinter den Ortsschildern bzw. ins Lichtraumprofil hereinragenden, dicht belaubte Äste der Straßenbäume stehenden Blitzkästen, nach Gostewitz. Als wir pünktlich 9.oo Uhr am Hof ankamen, waren bereits zahlreiche Händler mit dem Aufbau ihrer Stände beschäftigt. Für den Sonntag wählten wir einen Platz unter dem (selbstaufgebauten ;-)) Zirkuszelt - leider sehr ungünstig, da wir hinter bzw. zwischen den klöppelnden Bastelfrauen und Biertischgarnituren untergingen. Auch die Boulefläche hinter unserem Stand, machte wenig Freude - die von uns vorbereiteten Mappen staubten sehr schnell ein und eine Lösung mußte gefunden werden.

    So entschlossen wir uns, in die große Scheune umzuziehen und kurzerhand die Präsentation der Bilder im Stall durch das Aufhängen mehrere Bilder neben unserem - nun größeren -  Stand zu erweitern. Die Resonanz war überwältigend. Obwohl sehr viel weniger Gäste am Montag den Markt besuchten, hatten wir mehr Interessenten am Stand als am Sonntag zuvor. 

    Es war ein sehr schönes und zufriedenstellendes Gefühl, einmal mit Leuten außerhalb der Ausstellungspräsentation ins Gespräch zu kommen und zu fachsimpeln. Sehr viele Besucher drückten ihre Rührung ob der liebevollen Aufbereitung der Bilder aus. Einige nahmen durch das Gespräch mit uns bzw. untereinander die Wichtigkeit von persönlichen Erinnerungen wieder wahr und ich konnte beobachten, wie zufrieden - gerade die älteren - Menschen den Stand verließen. 

    Männer erklärten ihren Frauen die abgebildeten Automobile, Väter ihren Kindern die Möglichkeiten der analogen Fotografie und Selbstentwicklung - all die schönen Dinge vor dem Zeitalter der Digitalkamera, Damen raunten sich untereinander zu: ‘Ach, weißt Du noch..’. Kinder schauten ganz erstaunt, als man ihnen erklärte, dass man aus Papier einen Fotoapparat bauen könne, der den Film (nicht die Speicherkarte) nur durch ein kleines Loch belichtet.

    Auch die Beispiele für die Möglichkeiten der Tonung, Koloration und Nutzung von z.B. Effekten, die durch Verwendung einer verbrauchten Entwicklerlösung entstehen können, stießen auf großes Interesse und ließen die Leute miteinander ins Gespräch kommen.

    Obwohl wir keinen einzigen Handabzug verkauft haben (jaja, es war Ende des Monats), hat sich der Mut zum Aufbau eines eigenen Standes und zur Präsentation der - durch das Hobby - entstandenen Arbeiten sehr gelohnt.

    Ich danke allen Besuchern, für die anregenden - teilweise auch kritischen - Gespräche, für das Lächeln auf den Gesichtern und die Freude, die sie mit uns nach dem Betrachten der Bilder teilten. Ebenso, bedanke ich mich bei dem Veranstalter Jan Giehrisch, dem Fotografen Ralf Menzel und all den lieben Händlern, die mit uns das Gespräch suchten, uns mit Tipps und Tricks weiter halfen bzw. gut unterhielten. Für die Kontakte, die entstanden, sage ich ebenfalls: ’ Herzlichen Dank !’ 

    Suchbild: Welches Bild gehört nicht in diese Reihe ?

    (Auflösung: Das Pferd neben dem Stand ist wohl so nicht wahr..;-) . Es stand draußen auf der Koppel und wurde bereits am Freitag von mir mit seinem Fohlen aufgenommen)

    Vielleicht: Bis zum nächsten Jahr !

    Jetzt muß ich erstmal die verstaubten Bilder wässern und die Rahmen säubern. 

     
     
  5. Einladen möchte ich an diesem wunderschönen Pfingstwochenende nach Gostewitz in der Nähe von Riesa. Dort findet zum dritten Mal ein Kunst- und Handwerkermarkt statt und ich verkünde mutig, dass ich das erste Mal sowohl mit meinen Bilder in der sog. Stallgalerie als auch mit einem kleinen Stand dabei sein werde.

    Im vorigen Jahr waren sage und schreibe fast 70 Handwerker und Künstler vertreten, ca. 4500 Besucher fanden den Weg dorthin. Ich bin also entsprechend aufgeregt und gespannt auf die Reaktionen der Besucher, wenn sie ‘meine’ Bilder sehen, die ich dort erstmals auch zum Verkauf anbieten werde. Vorbereitet sind fertig gerahmte Bilder, kleine selbstgefertigte Mappen mit von Hand abgezogenen und getonten s/w (Einzel-) Fotos, hochwertig digital ausbelichtete Farbfotos und (nicht nur) für die Kinder Bastelbögen für eine Lochkamera als “Tribut to Dirkon”. 

    Hier ein kleiner Film für all die Neugierigen und Unentschlossenen: 

    http://vimeo.com/13873489

     
     
  6. Das, was übrig bleibt.. ? Ausstellungsende in Roßwein.

    Hiermit möchte ich mich noch einmal ganz herzlich und offiziell bei all den - teilweise sehr weit gereisten - Besuchern und Besucherinnen meiner Ausstellung in Roßwein bedanken. Ebenso Dank sagen möchte ich für all die lieben und anregenden Zeilen, die das Gästebuch gefüllt haben. Es war mir eine große Ehre, durch die Bilder in den Austausch mit z.T. völlig unterschiedlichen Menschen zu treten und mehr über die Zeiten und die Formen der Erinnerungen zu erfahren. 

    Ich danke Herrn Andreas Seeliger vom ‘Kulturverein riesa efau’, Frau Bianca Slobodda für die Vermittlung nach Roßwein, Frau Ines Lammay als Kulturbeauftragte der Stadt Roßwein und nicht zuletzt den Sponsoren Frau C. Brambor, Herrn Dr. Dietbert Gütter und dem Copyplanet auf der Königsbrücker Straße.

    Ich schließe mit ff. Worten aus dem Gästebuch:

    ” Die vielen interessanten, offenen und herzlichen Gespräche, die ich hier geführt habe, sprechen für die Atmosphäre dieser wunderbaren Ausstellung. Man wandert durch die Jahrzehnte, durch Erinnerungen, entdeckt Gemeinsamkeiten und Trennendes, kommt im Hier und Jetzt und Heute an. Ich habe glückliche und berührte Gesichter gesehen. Ich fühle mich an vieles erinnert, was ich vergessen hatte. Eigene Fotos bewahren nur einen kleinen Ausschnitt der gelebten Zeit. Für die Erweiterung/Erinnerungshilfe durch die Fotoausstellung danke ich. Eine schöne Erinnerungsreise ! “

     
     
  7. Geising 1945

    Aufschrift auf der Rückseite des Fotos: Geising 27.12.1945

    “Tausend kleine Engel singen: Habt euch lieb ! - Ein besseres und weicheres Kissen kann ich mir nicht vorstellen”

    Ja, und mehr brauche ich dazu auch nicht zu sagen…

     
     
  8. Gefühl.

    Dieses Foto habe ich bei strömendem Regen aus dem fahrenden Auto heraus aufgenommen.

    Polaroid Nr.: 5 - Kamera: Fuji instax 210 

     
     
  9. Zur Zeit läuft in Dresden eine recht kontrovers diskutierte Ausstellung der Fotografin Herlinde Koelbl mit dem Titel “Kleider machen Leute”.

    Am Wochenende nun bot es sich an, gemeinsam mit Freunden die Ausstellung  zu besuchen. Im Rahmen eines sog. Aktionstages rund um diese Fotoschau bot man den mutigen Besuchern am Ende der Ausstellung einen zusätzlichen Raum mit wundersamen Verkleidungen und die Möglichkeit, sich in diesen fotografieren zu lassen an. Anfangs waren alle noch etwas schüchtern, tauten dann aber mehr und mehr auf. Und so entwickelte sich eine lockere Interaktion zwischen Besuchern, Mitarbeitern des Museums und dem Fotografen , die  einem schönen lustigen Kindergeburtstag sehr nahe kam. 

    Gern zeige ich die (meine) Verkleidungen der Reihe nach. Man merkt genau, wie man immer ausgelassener und unbekümmerter wurde. Von mir aus hätte das Ganze noch ewig weitergehen können. Schade fand ich, dass weder Perücken noch Schminke mit zur Auswahl standen.

    Angeblich bin ich ein Räuber. - dabei wollt ich nur das Pferdchen streicheln und  lieb guggn.

    Das zweite Bild darf ich leider nicht zeigen, weil sonst die Identität meiner liebenswerten Pseudonym-liebenden Freundin Rita K.(punkt) Schnatz auffliegt. Nur soviel: ich war ein Schornsteinfeger mit Hosenträgern.

    Hier bin ich (fast) ganz ich Selbst - das Prinzessinnen Kostüm war leider nur für wirklich kleine Mädchen -  die liebe Tinker Bell mit Zauberglitzerstab und 1000 Wünsche-Erfüller..

    (Böse Zungen raunten nur: ‘Produktionsgenossenschafts Prinzessin. Schuhe gab’s wohl damals ooch noch nicht ?’ )

    Ach, am Rande: In der Ausstellung von Herlinde Koelbl hat mir das Portrait des Schlachters am Besten gefallen.

    Hier noch ein Link zur Seite der Fotografin: http://www.herlindekoelbl.de/

     
     
  10. Roßwein - Wonderland

    Wonderland..

    Gegenüber des Rathauses in Roßwein befindet sich nicht viel. Einst große und bekannte Namen im Gastronomie-Bereich sind nun leerstehend, z.T. verfallen. Die gemusterten und angegrauten Gardinen flattern hinter der Bushaltestelle trostlos im Wind. Sie wird nur zwei mal am Tag bedient. Alle Bäcker um den Rathausplatz sind geschlossen, der Wohnraum darüber  für einen Euro pro qm zu vermieten..

    Geht man allerdings ein paar Meterchen weiter, duckt sich ein kleiner Lebensmittel- und Ramschladen - geführt vom (wie kann es anders sein) Vietnamesen - in den verfallenen und unsanierten Alptraum. Im Schaufenster sind nicht nur die aktuellen Angebote an frischen Erdbeeren aus Spanien, Büstenhalter in Einkaufskorbgröße und Plastikblumen drapiert - auch die schöne bunte Barbie Attrappe fällt dem Schaufensterbetrachter entgegen.

    Als ich letzten Freitag in Roßwein war, nahm ich die schöne Spiegelung mit dem Rathausbau zum Anlass, ein Foto  zu machen. 

    Polaroid Nr.: 4- mit einer Fuji instax 210 geschossen.